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Die one medialis Story von Martin Bayer – die Anfänge des Internets

Veröffentlicht am 03. Juni 2020

4 Minuten

<span id="hs_cos_wrapper_name" class="hs_cos_wrapper hs_cos_wrapper_meta_field hs_cos_wrapper_type_text" style="" data-hs-cos-general-type="meta_field" data-hs-cos-type="text" >Die one medialis Story von Martin Bayer – die Anfänge des Internets</span>

Digitale Plattformen sind genau sein Ding. Martin Bayer ist einer der 4 Gründer, die in 1995 die Marke medialis ins Leben riefen. Im Interview erzählt er seine ganz persönliche Geschichte bis zur one medialis.

Martin, schön, dass Du Dir Zeit genommen hast! Erzähl uns doch kurz, wie Du in der Agenturbranche gelandet bist.

Martin: Während meines Psychologie-Studiums an der JLU hatten mein Schulfreund Olaf Bujard und ich die Idee, eine Agentur zu gründen. Wir wollten zu den Ersten gehören, die computergestütztes Design anbieten. Schon in den 80er-Jahren hatte ich meine Begeisterung für Computer entdeckt und bereits die Schülerzeitung mit einem Satzprogramm auf dem Commodore C-64 umgesetzt. In 1994 haben wir dann unser Startkapital mit Nebenjobs erarbeitet und uns den ersten - damals hochmodernen - Postscript-Drucker von Apple sowie PCs gekauft - Windows, für einen Mac hatte das Geld nicht gereicht. Unser erster Kunde war damals Tricon, das Computergeschäft bei dem wir die Rechner gekauft hatten. Der erste Job war die Gestaltung und Schaltung wöchentlicher Anzeigen für diverse Print-Magazine, im Web war damals noch kaum einer außer mir ;-) Der Erfolg hat sich dann herumgesprochen. Gute Mundpropaganda war damals wie heute der beste Verkäufer. 

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Wie kam es zu Deiner Begeisterung für Computer und das Internet?

Martin: Seit dem Film "Wargames" in 1984 war meine Neugierde für Netzwerke geweckt. In der Story des Films geht es um einen jungen Hacker, der sich via Telefon und Akustikkoppler in das militärische Netz der USA hackt. Mein Vater hatte damals einen Akustikkoppler für unseren Computer gekauft. Da hat man den Telefonhörer draufgelegt und konnte sich dann mit sogenannten "Mailboxen" verbinden und auf den Servern dann nützliche Dinge, wie z.B. Programme, Spiele oder Wissenswertes  ansehen oder herunterladen. Sehr zum Leid meiner Eltern, die Telefonrechnung war da schon mal exorbitant hoch. Zu Beginn des Studiums in 1993 hatten wir schon ein Modem und ich habe als 26. Student in Gießen (s26) meinen ersten echten Internetzugang bekommen. Das Internet waren damals noch sogenannte "Gophr" Dienste von Unis weltweit, in dem man sich primär wissenschaftliche Publikationen durchlesen konnte. Die ersten Websites im heutigen Sinne gab es dann mit Erfindung des WWW 1993/94 - da wusste ich schon "hier will ich mitmachen"! 

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Ein alter Akustikkoppler

Wie kam es dann zur Gründung der medialis Marketing?

Martin: Ich hatte zu dieser Zeit viel mit Tobias Ramb unternommen und wir haben oft über die Möglichkeiten des Geschäftsmodells gesprochen. Dazu kam Dirk, der im Keller unserer WG Fotos entwickelte, die er für ein Hilfswerk im Jugoslawien-Krieg aufgenommen hatte. Da kam dann die Idee: Mensch, lasst uns doch gemeinsam eine Agentur gründen, da sich unsere Skills perfekt ergänzen!

Als Gründungsmitglied hast Du zunächst den Bereich der Kreation betreut. Wie hast Du diese ersten Jahre erlebt?

Martin: Für mich waren das extrem spannende und lehrreiche Jahre. Zu dieser Zeit gab es noch keine Studiengänge oder Kurse, die das Wissen zu Design- oder Satzprogrammen professionell vermitteln konnten. Die ersten großen Kataloge waren viel "Learning by Doing" und lange Nächte. Wir hatten bereits in 1996 in einen Trommel-Scanner investiert, um Dias zu digitalisieren - es gab ja noch keine Digitalfotografie. Dazu kam dann ein "Belichter", also ein Gerät, mit dem wir Filme für die Herstellung von Druckplatten aus digitalen Layouts generieren konnten. Dadurch haben wir viel technisches Know-How gesammelt und diese Leistungen dann mit unserer zweiten Firma, der graphXpress GmbH, auch an andere Agenturen vermarktet. Dirk hat sich dann ab 1997 um unsere "Produktion" gekümmert, die er ja heute noch verantwortet. Mir war schon zu Beginn der Agenturarbeit klar, dass das Internet in den kommenden Jahren das große Ding sein wird und damit meine Leidenschaft auch zur Berufung werden kann. Daher habe ich mich seit dem ersten Website-Projekt in 1997 voll auf die damals noch "Neuen Medien" konzentriert und den Bereich bei uns entwickelt.

Welche Ereignisse aus dieser Zeit sind Dir in besonderer Erinnerung geblieben?

Martin: Zuerst fällt mir der heiße Sommer im Gründungsjahr 1995 ein, bei dem Dirk ein großes Planschbecken besorgt hat, das dann auf dem Dach der Agentur platziert wurde. Das hat tagsüber eine willkommene Abkühlung geboten und abends fanden dort oft Partys statt.

Beruflich entscheidend war dann das erste große Web-Projekt: Die Website mit Buchungs-Plattform für die Autovermietung CC-Raule, damals einer der großen Player auf dem Markt. Wir haben die Logik zunächst von einem Systemhaus programmieren lassen, dann habe ich mich selbst immer weiter in die Entwicklung eingearbeitet, meine Begeisterung für Informatik war ja schon in den 80ern mit BASIC geweckt worden.

Für den Relaunch hatte ich bereits eigene Ressourcen im Haus, die ersten Programmierer und "Frontend"-Designer waren ausgebildet - in den ersten Jahren gab es noch keine passenden Ausbildungsgänge, in denen das Web Know-How vermittelt werden konnte. Seitdem ist es meine Passion, kundenzentriertes Design und Funktionalität zusammen zu bringen. 

Ende 2009 folgte dann die Gründung der Digitalagentur medialis.net, die Du bis zuletzt mit Deinem Kollegen Hanta Seewald geleitet hast.

Martin: Hanta Seewald hatte als einer der ersten "Web-Worker" seine Ausbildung in 2004 bei uns beendet und danach im eigenen Unternehmen mark-up gemeinsam mit seinem Vater Websites entwickelt. Wir waren oft gemeinsam Joggen, dabei kam die Idee, den "Web-Bereich" gemeinsam als spezialisierte Digitalagentur innerhalb der ProPort-Gruppe weiter zu entwickeln. Daraus ist in 2009 dann die medialis.net entstanden. Hantas Schwerpunkt lag dabei im Online-Marketing, während ich mich auf digitale Plattformen konzentrierte. 

Seit Anfang des Jahres bist Du nun Chief eXperience Officer (CXO) der one medialis. Was genau sind Deine Aufgaben und welche Erwartungen hast Du an die gemeinsame Zukunft?

Martin: Wir haben bereits seit 2018 über die Zusammenlegung nachgedacht, um eine einheitliche Customer Experience zu schaffen und die komplette Wertschöpfungskette für die Kommunikation im digitalen Zeitalter bieten zu können. Das Zusammenspiel von Marketing, Sales und digitaler Plattformen wird immer wichtiger. Meine Mission ist es, Unternehmen bei der Realisierung ihrer digitalen Plattformen zu helfen. Die Verbesserung der Customer Experience ist etwas, dem sich die one medialis verschrieben hat. Ich sorge dafür, dass das auf allen Plattformen möglichst konsequent umgesetzt wird.

one medialis Geschäftsführung
Martin Bayer (Mitte rechts) im Kreis der Geschäftsleitung

Was meine Erwartungen betrifft: Ich denke, die Umsetzung komplexer Funktionen wird in Zukunft weniger Programmierkenntnisse erfordern als derzeit, da Frameworks und Systeme die Entwicklung eigener Geschäfts-Logik zunehmend vereinfachen. Statt auf der rein technischen Entwicklung wird der Fokus stärker auf Funktionalität, Customer Experience und Lead-Generierung liegen. Dabei steht bei allen Aufgaben immer die Frage im Vordergrund "Wie helfen wir damit dem Kunden, in seiner Customer Journey voranzukommen?". Das kann den Bereich Markenbekanntheit umfassen, aber auch die Frage, wie man online am besten verkauft.

Vielen Dank für das spannende Interview, Martin!

 

Wenn Sie einen Einblick in unsere heutige Arbeitsweise bekommen möchten, können Sie sich die Aufzeichnung des Webinars "In 7 Schritten in die Zukunft des B2B-Marketings" kostenlos ansehen. Moderiert wurde das Ganze natürlich von Martin... ;-)

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Simon Fast
Geposted von Simon Fast
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